Der Triumph von Donald Trump als Spiegel von Deutschland?

Eine Meinung

Ich will es noch einmal schreiben, weil ich die Aufregung nicht verstehe. Jan Fleischhauer hat auf spiegel.de schon im Juli geschrieben, daß Donald Trump gewinnen wird.

Dort steht auch warum.

Seine Analyse zum Wunschdenken der Journalisten und Politiker und dem Verdrängen der Wirklichkeit mit dem Glauben, man könne die Menschen medial total verblöden, traf komplett zu. Aber da spricht keiner drüber? Warum?

Nun möchte ich Ihnen mit einem kurzen Textausschnitt einen weiteren Zusammenhang vorstellen:

„Die Hochfinanz sah sich noch einmal gründlich den Adas an. Was er zeigte, waren zahllose bunte Flecken auf den Karten Afrikas, Asiens und Polynesiens. Alle diese Länder dort besaßen noch keinen Staudamm und kein Bombengeschwader. Leider besagte die Buntheit der Flecken, daß diese Gebiete unter der Hoheit europäischer Staaten standen. Hier befand sich also kostbarstes Absatzgebiet in der Hand von Ländern, die nichts oder wenig abzusetzen hatten, schon allein deshalb, weil man bei armen Kolonialvölkern nichts »absetzen«, sondern nur verschenken kann. Aus dieser Erkenntnis leitete sich für die amerikanische Hochfinanz ab, daß die Lösung des Problems eine zweistufige sein müßte. Es galt als erstes die Schalmei zu blasen für die »Befreiung« der Kolonien. Die meisten fühlten sich keineswegs geknechtet, vor allem die ehemals deutschen und die niederländischen nicht; sie sahen sehr gut, was die Weißen ihnen gebracht hatten, die Straßen, die Städte, die Eisenbahn, die Krankenhäuser und Ärzte, die Schulen. Die Hand der weißen Herren war milde; die Faust der Stammeshäuptlinge war härter gewesen.
Die ganze Schar der verschwiemelten Gesundbeter, Presse, Soziologie, Rundfunk und Kirche, stellte sich sofort in den Dienst dieser moralisierenden Idee. In Millionen von Funkstunden und mit Millionen Zeitungsseiten wurde die Welt tagaus, tagein berieselt. Bald schlug sich die westliche Hammelherde zerknirscht an die Brust. Es dauerte nur wenige Jahre, da gab es keine Kolonien mehr. (Mit Ausnahme der amerikanischen natürlich. Es wird Ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen sein, daß die amerikanischen, schamhaft »Territorien« genannten Kolonien oder etwa der »Staat« Hawaii streng ausgenommen waren.)
Der Zustand, in den diese Dritte Welt (Name ist alles, Gefühl ist Schall und Rauch) durch die überstürzte »Abwerfung der Ketten« geriet, war schlimm. Stammeskämpfe, Aufstände, Haß und Streit um die Macht ruinierten sie, machten sie aausgebrannt und hilflos. Für ganze Volksverbände kam im Gewand der Freiheit der Tod. Untereinander waren die Farbigen brutaler als jemals ihre weißen Herren.
Der Wallstreet traten die Tränen in die Augen. Es galt, Teil zwei des großen Planes aus der Tasche zu ziehen. Er war von verblüffender Einfachheit: Alle Industriestaaten der Erde sollten auf lange Sicht und immer aufs neue den »unterentwickelten« Ländern Geld geben, um die armen befreiten Völker auf das
Niveau der europäischen zu heben. Eine einmalige Idee. Den Skorbut von Völkern heilen, gut. Ihren Hunger stillen, sehr gut. Ihr Leben sichern, hervorragend. Aber zu verlangen, daß die Supermärkte allen Kramläden der Welt das Geld geben, damit sie auch Supermarkt werden – das ist der Ruin.
Die Idee der Entwicklungshilfe – den Europäern mit der weinerlichsten Nächstenliebe der Heiligen der letzten Tage vorgetragen – wurde ein (wie man in Bonn sagen würde) »Senkrechtstarter«.
Ich erinnere mich noch deutlich des Tages, an dem aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung der damalige Bundespräsident Lübke das Wort »Entwicklungshilfe« wie eine Brandfackel in das Stroh der führenden Köpfe schleuderte. …
Wir sind verloren, glauben Sie mir, meine Freunde, der weiße Westen ist verloren. Wer eine so selbstmörderische Idee schluckt, ist reif zum Untergang.“

Dieses Plädoyer ist von Joachim Fernau aus seiner Geschichte der USA. Wer nun nachforscht und auf die NS-Zeit bei Fernau hinweist, der sollte auch erwähnen, daß seine Bücher bis vor kurzem gerne von Bertelsmann bei Goldmann verlegt wurden, weil sie fast alle Verkaufserfolge waren. So rundet sich dann das Bild ab von Moral und Meinung.

Fernau schreibt: „Asien und Afrika brennen an allen Ecken und Enden. Die  Narren, die glaubten, Weltpolitik ohne Politik machen zu können, haben die Schlacht verloren. Wissen sie es?“

Der Satz ist ca. 30 Jahre alt.

Nun sind wir heute ein Stück weiter. Wir nehmen heute in Deutschland Millionen von Menschen aus nichteuropäischen Kulturen mit problematischen Verhaltensmustern auf, die leistungslos alles das bei uns erhalten, für das die einheimische Bevölkerung arbeiten gehen mußte und muß.

Wir bauen für sie Häuser, geben Ihnen Geld, sie erhalten komplette kostenlose Gesundheitsversorgung und erst danach sagen wir Ihnen, ihr müßt auch unsere Sprache erlernen, damit ihr dann arbeiten geht und wenn ihr nichts tut macht das auch nichts – zusammengefaßt.

Umgekehrt müssen die eigenen Staatsbürger, die jahrelang in die Sozialversicherung eingezahlt haben, erst verarmen bis auf 150 Euro pro Lebensjahr, bevor sie überhaupt das erhalten, was die Schutzsuchenden hier sofort bekommen.

Verkehrte Welt mit riesigem Hasspotential! Und genau dies nennt sich wissenschaftlich soziomoralisches Grundgesetz wie Jan Fleischhauer an anderer Stelle so schön dargestellt hat.

So entstehen dann große Familien, die sich über Nachwuchs freuen, der fremdsprachlich in Deutschland aufwächst und hier schon in den nächsten 15 Jahren ein soziales Desaster entstehen läßt.

Damit erodiert unsere gute Gesellschaft von innen dank unserer eigenen auf das Grundgesetz vereidigten Politiker.

Aber nicht nur Jan Fleischhauer teilt meine Ansichten – sogar Bernie Sanders stimmt dem zu: „Donald Trump hat sich die Wut einer schrumpfenden Mittelschicht zu Nutze gemacht, die die etablierte Wirtschaft, die etablierte Politik und die etablierten Medien satt hat. Die Leute sind es leid, Überstunden bei sinkenden Gehältern zu machen und dabei zuzusehen, wie gutbezahlte Jobs nach China und in andere Niedriglohn-Länder abwandern. Sie haben Milliardäre satt, die keine Einkommenssteuer zahlen. Und sie haben es satt, es sich nicht leisten zu können, ihre Kinder auf die Universität zu schicken – all das, während die sehr Reichen noch viel reicher werden.“

Hinzu kommen die Attacken von außen.

Noch mal Fernau: „Ich bitte Sie, verstehen Sie das wörtlich. Die Sorglosigkeit der Hochfinanz wird daher tödlich ausgehen, wie die Sorglosigkeit Roms vor der Lehre des Christentums tödlich ausging. Der Kommunismus ist eine echte, neue Religion; sie verkündet (das ist bei der erbärmlichen Ängstlichkeit der Menschheit obligatorisch) das Paradies, wie jede Glaubenslehre. Aber sie hätte keine Chance, würde sie die Verheißung wieder ins Jenseits legen. Die Novität ist, daß der Kommunismus sie ins Diesseits verlegte.“

Als ich an der Uni Wuppertal chinesische StudentenInnen fragte, was sie denn von der Verletzung der Menschenrechte in ihrem Land halten würden, war die Antwort immer, das sei kein Problem, weil so viele Chancen bestünden Geld zu verdienen und dies sei wahre Demokratie.

Demokratie und Kommunismus werden heute mit Konsum und Wohlstand legitimiert – auch wenn der Preis die Menschenrechte sind…

Und so sind nun alle drei großen Themen wieder auf den Schlachtfeldern der Zeitgeschichte zu finden als Cocktail für „Blut und Boden“ von jeder Seite aus: Religionen, Kulturen, Ideologien vom Neoliberalismus bis zum Kommunismus und von der Freiheit durch Konsum bis zur Freiheit durch soziale Sicherheit und demokratische Wahlen.

Europas Stärke ist seine nationale Vielfalt auf gemeinsamen Werten, die gerade durch eine verkommene lobbyunterwanderte Bürokratie als Ersatz ausgehöhlt wird. Ein Ersatzparlament als Luftnummer soll als Ersatz für nationale Selbstbestimmung verkauft werden und die Menschen sollen verarmen um sich zu vereinen. Man meint Staatsbürger seien verblödet, wenn man den Journalisten und den Politikern und ihren Seifenblasen zuhört.

Ich sehe Donald Trump in einer Linie mit der bisherigen Politik der USA. Vielleicht ist er rückblickend besser als Obama, der sich aus allem raushalten wollte und damit unsägliche Probleme verursachte (lustigerweise ist Jakob Augstein der Meinung Obama hätte sich zu viel eingemischt – da ich nicht reich bin wie er kann ich meine Meinung nicht so verbreiten – warten wir mal ab!).

Es geht dabei um das amerikanische Trauma:

„Truman war ein im bekannten Sinne »liberaler«, duldsamer Mensch. Er duldete, daß durch Waffengewalt und mit einigen Millionen Toten ein zweites kommunistisches Riesenreich entstand. Als General McArthur, hervorragender Flegel, aber realistisch, nach China gehen und Mao schlagen wollte, winkte er ab. Nein, nein, bitte nicht schlagen, nicht wir. Er stellte auch die Hilfe an Tschiankaischek ein, so sehr liebte er den Frieden. Und als der sprichwörtliche »böse Nachbar« ihn zwang, doch noch einmal Krieg in Korea zu führen, drang sein gutes Herz abermals durch: Nach drei Jahren einigte man sich mit dem kommunistischen Nordkorea halbehalbe.
Hier kann man eine ganz merkwürdige Beobachtung machen: Von nun an traut Amerika, gleichgültig unter welchem Präsidenten, sich nicht mehr, einen Krieg, in den es sich einmischt, zu Ende zu führen. Es ist der Gefangene seiner eigenen Phrasen geworden. Es hat den deutlichen Anschein der Furcht. Furcht vor einer Niederlage wäre zu verstehen, aber es handelt sich ganz offensichtlich um die Furcht vor einem Sieg. Ein wahrhaft guter Staat hat weder zu verlieren noch zu siegen, er hat ganz einfach gut zu sein. Er vernichtet und siegt nicht mehr, wie er das im Weltkrieg getan hat.
Warum?
Ich verstehe es sehr gut. Ich glaube, daß Amerika an Vergangenheitsbewältigung leidet. Es gibt nur zwei Nationen in der Welt, die sich diese Verpflichtung einbilden und sich entsprechend idiotisch benehmen: wir und die USA. Wir, weil wir so schlecht sind, Amerika, weil es so gut ist.“

Vielleicht hat Frau Merkel deshalb diese seltsamen irrationalen und verheerenden politischen Entscheidungen getroffen.

Gemeinsam ist den USA und uns, daß die Menschen hier keine Chance mehr haben, durch ihre eigene Arbeit auch zu etwas zu kommen. Man nimmt ihnen immer nur etwas weg und engt sie durch immer mehr Vorschriften immer mehr ein. Wenn die Perspektive in einer Gesellschaft darin besteht, daß es keine Chance mehr gibt, durch eigene Anstrengungen sein Leben im eigenen Rahmen mit gestalten zu können, dann wächst die Wut. Zeitarbeit tötet den sozialen Frieden und keine Perspektive läßt nach der Resignation den Hass wachsen. Nur der Reichtum bleibt unangetastet. Das kann nicht gutgehen, weil Umverteilung von oben nach unten vor Umstürzen schützt und nicht umgekehrt.

Und bei uns ist dieser Zeitgeist nun auch angekommen. Auf die Armen und Ehrlichen (auch Christen) treten und es für gottgegeben erklären,

  • daß Pensionen ohne eigene Anstrengungen ein Vielfaches von Renten betragen,
  • daß man bei Arbeitslosigkeit aus politischen Gründen seine Altersersparnisse verliert als Einheimischer,
  • daß unter Umgehung aller geltenden Gesetze Fremde ins Land gelassen werden, die dann für ihre Illegalität auch noch belohnt werden
  • und die einheimischen Menschen müssen zugucken, wie Globalisierung ihnen die soziale und öffentliche Sicherheit nimmt durch Verarmung, Arbeitslosigkeit, Einbruch, Überfall usw.

Die AFD wird davon mittelfristig nur profitieren, wenn sie diese Themen lösen will durch mehr soziale Gerechtigkeit. Sie wird beantworten müssen, ob sie jenseits des Populismus populäre soziale Maßnahmen für die eigene Bevölkerung trifft. Das ist noch nicht sicher, obwohl enttäuschte ehemalige SPD-Mitglieder sich dort verstärkt mittlerweile einbringen. Die nationale Frage ist ja keine Lösung sondern nur eine Chance, um die eigene Bevölkerung wieder zu stärken, um so die eigene Identität und die eigene Kultur zu stärken im Wettstreit der Völker und Kulturen. Genau dies wurde ja von allen anderen Parteien bisher weitestgehend nicht getan, die sich dem verarmenden Staatsbürger als notwendiges Übel für die Erstarkung der Reichen verschrieben haben.

Die soziale Frage ist in den USA und in Deutschland wieder die Schicksalsfrage geworden und wird deshalb vielleicht sogar die anderen Parteien bewegen. Aber sie ist nur die eine Hälfte der Medaille. Zumindest für Deutschland gibt es noch etwas anderes.

Ich will daher mit einem Gedanken aus einem aktuellen Buch enden:

„„Macht und Autoritäten hatten damals überall an Einfluß und Ansehen verloren und die Verachtung für den Staatsapparat gehöre zu den mächtigsten verursachenden Kräften einer Revolution schreibt Hannah Arendt… Eine Menschenmasse bildet sich ihrer Aussage nach nicht, weil zur Revolution .. aufgerufen wird, sondern weil bei einem Großteil der Bevölkerung Unzufriedenheit über die Staatsmacht herrscht und der Respekt vor ihr schwindet.“

 

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